Resolution
zur Situation der Mathematik in Mecklenburg-Vorpommern
Der MNFT (die Vertretung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten
in Deutschland) hat von den Kollegen aus Greifswald und Rostock von den Plänen
in Mecklenburg-Vorpommern erfahren, zur Lösung der Finanzprobleme des
Landes unter anderem die grundständige Mathematikausbildung und damit
auch als Folge die Grundlagenforschung in Mathematik in diesem Bundesland
einzustellen und lediglich die Serviceleistungen für andere Fächer
zu erhalten. Mathematik, eine der ältesten Wissenschaften überhaupt,
ist zu einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien geworden. Das Fehlen
einer mathematischen Grundlagenforschung wird sehr bald auch Auswirkungen
auf alle naturwissenschaftlich-technischen Fächer und die Informatik
haben, insbesondere wird die Qualität der Studienabschlüsse in diesen
Fächern sinken und mit denen in den anderen Bundesländern nicht
mehr mithalten können. Mit Sicherheit wäre ein Standortnachteil
von Mecklenburg-Vorpommern in der innerdeutschen Konkurrenz die Folge. Einmal
verlorener Boden in der Forschung ist nur schwer wieder aufzuholen. Der MNFT
fordert nachdrücklich die Landesregierung auf, die Entscheidung zur Einstellung
der grundständigen Lehre in Mathematik zu überdenken und zu revidieren.
Prof. Dr. G. Stroth
Halle, 26. Mai 2005